Festspielhaus Hellerau

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Festspielhaus Hellerau

Heinrich Tessenow schuf mit der Tanzschule Jaque Dalcroze 1911 ein klar raumbildendendes Ensemble aus Festspielhaus, Nebengebäuden und Pergolengängen. Trotz der augenscheinlich klaren typologischen und kompensatorischen Ordnung besitzt die gesamte Architektur wunderliche Elemente, die deren Entrücktheit ausmacht. Julius Posener unterstellte dieser Architektur „einen Charakter des Unerwarteten“, eine Harmonie, die sich eigentlich aus lauter sanften Disharmonien zusammensetzt. Nach jahrzehntelanger militärischer Nutzung soll das Gelände zu einem interdisziplinären Ort des Diskurses mit Veranstaltungsräumen, Gästezimmern, Seminar- und Übungsräumen entwickelt werden.

Die Weiterentwicklung der Gesamtanlage kann sich nicht an einer architektonischen Vision, auch nicht ausschließlich an der früheren Tessenowischen orientieren. Eine prozesshafte, langsame bauliche Transformation, mit offenen Nutzungen muss als Ziel einen wesentlichen Aspekt tessenowischer Architektur, eine Vielschichtigkeit ohne architektonische Aufgeregtheiten, in die Anlage zurückbringen. Die Gebäude werden gestaffelt nach ihrer baulichen Qualität mit minimalen oder größeren Eingriffen Defizite der militärischen Nutzungsphase ausgleichen, um den unterschiedlichen Raumansprüchen an Wohnen, Arbeiten und Kultur gerecht zu werden.

Architekten: Peter Zirkel Architekten
Ort: Karl-Liebknecht-Straße 56, 01109 Dresden
Auftraggeber: Festspielhaus Hellerau GmbH, Dresden
Wettbewerb: 2000, 3.Preis
Gaby Heijltjes
Miryam Heymann
Susanne Liebrich
Katrin Möckel
Bettina Rosenthal
BGF: 8.500 m²