Nanobioanalytik-Zentrum

036

Nanobioanalytik-Zentrum, Münster

Die Nano-Biotechnologie ist ein spezieller Forschungs- und Technologiebereich, der sich durch seine extreme Interdisziplinarität auszeichnet. In ihm verschmelzen Erkenntnisse aus den Bereichen Physik, Chemie und Ingenieurwissenschaften einerseits mit denen der Biologie und Medizin anderseits auf der Nanoskala. Im Nano-Bioanalytik-Zentrum werden zukünftig ca. sieben Unternehmen ansässig und ca. 100 Arbeitsplätze entstehen. Aufgrund der Lage des Baugrundstückes im Münsteraner Stadtteil Gievenbeck wird es zukünftig als Auftaktgebäude für den Wissenschaftspark eine besondere Bedeutung erlangen.

Die äußere Gestaltung reagiert auf diese Besonderheit der Lage und der Funktion des Gebäudes. Tradition und Moderne spiegelt sich in der Gestaltung der Fassade wieder. Der Klinker, eingefügt in einer Elementbauweise von Stahl-Glas-Elementen, nimmt Bezug auf das in Münster traditionsreiche Material sowie auf Beispiele der innovativen klassischen Hochschularchitektur (MIT Campus). Die zweiteilige Bandfassade reagiert auf die Anforderungen der Nutzung. Die Oberlichter bestehen aus einem Prismenglas, das die Unterseite der Decke ausleuchtet und so für eine ausgewogene Lichtverteilung in den Laboratorien und Büros sorgt. Im Innern gruppieren sich alle Labor-, Büro- und Nebenflächen um eine zentrale Eingangshalle mit Kaskadentreppe.

Architekten: F29 Architekten
Christian Schmitz, Peter Zirkel
Ort: Mendelstraße/Busso-Peus-Straße, 48149 Münster
Auftraggeber: NBZ - Nano-Bioanalytik-Zentrum GmbH, Münster
Wettbewerb: 2010, 3. Preis
Martin Krause
Martin Stein
Silke Wollenweber
BGF: 5.600 m²
Fachplaner: Tragwerk: Schweitzer, Saarbrücken
Gebäudetechnik: Planungsgruppe M+M, Böblingen

Zentralverwaltung Fachhochschule

035

Zentralverwaltung Fachhochschule

Der Neubau der Fachhochschule Aachen wird den gesamten Verwaltungsapparat, also Hochschulleitung, Organisation und die Dezernate, an einem Standort bündeln. Zusätzlich soll ein Multifunktionsraum für Vorlesungen, Klausuren, Fachbereichsversammlungen sowie für externe Veranstaltungen integriert werden. Das Plangebiet liegt am südlichen Stadtrand von Aachen und ist geprägt von Universitätsbauten in offener Bauweise aus den 1960er und 1970er Jahren.

Ein klarer, eindeutiger Kubus nimmt die Bauflucht der vorhandenen Aula auf und ragt deutlich aus der Flucht der Robert-Schuman-Straße heraus. So entsteht im sich neu bildenden Gebäudeensemble eine signifikante Dominante. Das Haus besitzt eigentlich zwei Erdgeschossniveaus. Zum einen den Bereich für das Studierenden-Service-Center auf Platzebene und die neue Loggia mit dem Multifunktionsraum im ersten Obergeschoss, der über eine großzügige Freitreppe erschlossen wird. Die klare kubische Form des Hauses wird durch unterschiedliche Geschosshöhen spannungsvoll gegliedert. Außenliegende Geschossdecken, Stützen und vertikale Lüftungsleitungen werden mit emaillierten Glaselementen verkleidet und erzeugen mit dem Glas der Fensterelemente ein monolithisches Erscheinungsbild.

Architekten: F29 Architekten
Christian Schmitz, Peter Zirkel
Ort: Robert-Schumann-Straße / Bayernallee, 52066 Aachen
Auftraggeber: Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Wettbewerb: 2010, 3. Preis
Alexander Derstroff
Martin Krause
Silke Wollenweber
BGF: 5.800 m²

Frauenvollzug JVA

023

Frauenvollzug JVA

Die Justizvollzugsanstalt wurde von 1969 bis 1971 im Auftrag des damaligen Ministeriums des Inneren, vertreten durch die Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei (BDVP), Abteilung Strafvollzugskommando Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geplant. Industriell vorgefertigt, als Typenbauwerke aus der Reihe Internatsbauten konzipiert, wurden die Hafthäuser bis 1971 errichtet. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1990 wurde die Haftanstalt für männliche Strafgefangene weiter betrieben und ab 2009 zum zentralen Frauenvollzug der Bundesländer Sachsen und Thüringen umgebaut.

Die Gebäudesubstanz des Hafthauses I stammt aus der Gründungsphase der JVA. Es handelt sich um ein neungeschossiges Gebäude mit Mittelflurerschließung. Dieser wird mit dem Einbau einer Aufsichtskanzel und der daran anschließender Fluraufweitung optisch verkürzt und mit Tageslicht ansprechender gestaltet. Die farbige Gestaltung wird zur besseren Orientierung im Haus genutzt. Die Staffelung des Helligkeitswertes und die gleichzeitige Abstufung von Gelb- zu Grüntönen ergeben jeweils unterschiedliche Farbenuancen je Etage. Der Farbeinsatz in der jeweiligen Etage erfolgt auf jeweils anders gewählten Wandflächen in den Zellen. So erhält jede der 176 Zellen einen individuellen und damit einmaligen Charakter.

Architekten: F29 Architekten
Christian Schmitz, Peter Zirkel
Ort: Reichenhainer Straße 236, 09125 Chemnitz
Auftraggeber: Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (Nl. C), Chemnitz
Realisierung: 2010
Mark Schneider
Christine Wehner
BGF: 6.990 m²
Fachplaner: Tragwerk: Bau-Consult, Hohenstein-Ernstthal
Gebäudetechnik (HLS): Ingenieurbüro Reichel, Lichtenau
Gebäudetechnik (Elt): Ingenieurbüro Ullm, Augustusburg
Brandschutz: Ingenieurbüro Lehmann, Zwickau
Fotograf: Ruemmler Fotografie, Flöha