Kirche Canitz

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Kirche Canitz

Erste bauliche Zeugnisse der Kirche in Canitz lassen sich zurück bis ins 13. Jahrhundert nachweisen. Die romanische Saalkirche  wurde 1697 und 1784 umfassend baulich verändert und 1975 wegen Baufälligkeit abgerissen. Übrig blieben nach dem Teilabbruch nur die ungeschützten Umfassungsmauern. Um den weiteren Verfall der Mauerwerksreste zu stoppen wurde 2016 entschieden, Teile des Kirchengebäudes mit einem neuen Dachstuhl zu sichern. Zurzeit besteht die Kirche aus einem überdachten Kirchen- und Vorraum (dem ehemaligem Kirchturm) sowie daran anschließend den ruinösen Mauerwerksresten von Chor und Apsis.

Mit dem jetzt geplanten östlichen Abschluss des neuen Kirchenraumes soll dieser vollendet und die Kirche wieder als Sakralraum genutzt werden. Vertikale Lamellen im mittleren Bereich der neuen Ostfassade und zwei große transparente seitliche Flächen erzeugen eine intensive Verbindung von Innen- und Außenraum. Die Holzpfosten bilden einen Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung. Zur Mitte der Fassade verjüngen sich die Abstände der Holzpfosten und deren Tiefe nimmt gleichzeitig zu. Dies erzeugt eine verstärkte Verschattung im mittleren Bereich und eine höhere Transparenz in den Außenbereichen. Es entstehen Ausblicke, gleichzeitig aber auch ein gefasster Raum hinter dem mittig angeordneten Altar.

Architekten: Peter Zirkel
Gesellschaft von Architekten
Ort: Schäfereistraße, 01591 Riesa
Auftraggeber: Evangelisch–Lutherisches Kirchspiel Liebschützberg
Wettbewerb: 2018, 1. Preis
Hans Boettcher
Planung: 2020
Conrad Lohmann
BGF: 190 m²

Hannes-Meyer-Preis

Der Hannes-Meyer-Preis wird alle drei Jahre vom Bund Deutscher Architekten, Landesverband Sachsen-Anhalt ausgelobt, um besondere, zeitgemäße Architektur im Bundesland auszuzeichnen. Der Preis wurde nach Hannes Meyer benannt, der als Lehrer und Direktor am Bauhaus Dessau bleibende Spuren in der Architekturgeschichte des Landes hinterließ.
Die Mediathek Kunsthochschule Burg Giebichstein in Halle wurde mit einer Anerkennung ausgezeichnet und bei einem Festakt in Magdeburg gewürdigt. Die Jury würdigt den hervorragenden Dialog zwischen altem Bestand und der neuen Ergänzung. „Der Neubau der Mediathek ist ein vorbildlicher Beitrag zum Bauen in einem historischen Umfeld und gleichzeitig ein feines Stück zeitgenössischer Architektur.“

Mediathek Burg Giebichenstein, Halle


Kirche Canitz wird vollendet

Die Canitzer Kirche wurde 1975 wegen Baufälligkeit abgerissen. Übrig blieben nach dem Teilabbruch nur die ungeschützten Umfassungsmauern. Um den weiteren Verfall der Mauerwerksreste zu stoppen wurde 2016 entschieden, Teile des Kirchengebäudes mit einem neuen Dachstuhl zu sichern.

Mit einem Wettbewerb, der vor allem den östlichen Abschluss des neuen Sakralraumes und die Innenraumgestaltung zum Gegenstand hat, soll die Vollendung der neuen Kirche Canitz nun geplant werden. Die Konzentration auf schlichte Materialien und die darin zum Ausdruck kommende baumeisterliche Haltung überzeugte die Jury unter Vorsitz von Prof. Thomas Will besonders. Der Beitrag wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet und zur Realisierung empfohlen.

Kirche Canitz


Kirchenarchiv

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Kirchenarchiv

Das Archiv der Ev. Luth. Landeskirche Sachsens verwahrt einmaliges schriftliches Kulturgut aus Kirchgemeinden und Kirchenverwaltung vom Mittelater bis in die Gegenwart. Bisher wird das Archivgut dezentral aufbewahrt. Mit dem nun geplanten Neubau eines landeskirchlichen Archivs soll Platz für 10.000 lfm Archivgut geschaffen und diese unter optimalen klimatischen und organisatorischen Bedingungen gelagert werden. Das Grundstück für den Archivbau liegt im Dresdner Stadtteil Coschütz-Gittersee in einem Gewerbe- und Industriegebiet. Unmittelbar angrenzend liegt ein ruhiger, von Wald geprägter Landschaftsraum, welcher vom Straßenraum bis zum Kaitzbach langsam abfällt.

Durch die Drehung des Baukörpers in das fallende Gelände ergibt sich ein wohlproportionierter Vorplatz am Eingang zum neuen Archivgebäude. Dadurch wird der Baukörper als Solitär wirksam im Stadtraum verortet. Die höhenmäßige Einordnung in das Gelände erfolgt behutsam. Die damit verbundene Absenkung des Fußbodenniveaus ermöglicht großzügige Raumproportionen für die Publikumsbereiche im Innern. Die Gliederung des Gebäudes, ein stringentes Raster mit Haupt- und Unterachsen, bildet sich auch in den Fassaden ab und macht es das Tragwerk ablesbar.

Architekten: Peter Zirkel
Gesellschaft von Architekten
Ort: Stutgarter Straße, 01189 Dresden
Auftraggeber: Evangelisch-Lutherisches Landeskirchenamt Sachsens
Wettbewerb: 2018, 3. Preis
Richard Drechsler
Paul Hund
BGF: 3.300 m²
Fachplaner: Tragwerk: Engelbach + Partner, Dresden
Gebäudetechnik: emutec, Jena
Freianlagen: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden
Visualisierung: Georg Lindenkreuz, Dresden