Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) verwaltet innerhalb der Bundesregierung den höchsten Etat und hat ca. 1.000 Mitarbeiter. Für weitere zwei getrennte Abteilungen mit 100 Mitarbeitern soll an der Liegenschaft in der Wilhelmstraße ein Erweiterungsbau errichtet werden. Der bestehende Gebäudekomplex des Ministeriums besteht aus dem Torso des ehemaligen Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, dem sogenannten „Kleisthaus“ und dem Hofbeamtenhaus von 1883 in direkter Nachbarschaft zum geplanten Erweiterungsgebäude.

Mit seinem überhöhten Erdgeschoss und der Ausbildung eines Staffelgeschosses besitzt das neue Gebäude eine ablesbare, horizontale Fassadengliederung mit Sockel-, Mittel- und Dachzone. Trauf- und Firsthöhen der angrenzenden Gebäude werden übernommen und der Straßenraum der Wilhelmstraße (übrigens die zukünftige Platzfassade zum Wilhelmplatz) vervollständigt. Am Übergang zum Hofbeamtenhaus löst sich die strenge Straßenfassade in eine plastische Komposition auf, die dem Baukörper Tiefe verleiht. Die Höhenstaffelung reagiert sensibel auf die Fassadengliederung des Hofbeamtenhauses und leitet ohne Brüche zum Haupteingang des Ministeriums über.


Firmenzentrale Theresienstraße

Firmenzentrale Theresienstraße

In prominenter Lage der Dresdner Inneren Neustadt, unweit von Albertplatz und Königstraße, soll ein repräsentatives Bürohaus entstehen. Im Leitbild der Landeshauptstadt Dresden besetzt das Grundstück an der Theresienstraße eine Nahtstelle in der Stadtstruktur. Die Blockrandbebauung der Inneren Neustadt grenzt hier an ein stark durchgrüntes Quartier in offener Bebauung mit Einzelhäusern entlang der ehemaligen Wallanlagen, die Ende des 19. Jahrhunderts abgetragen wurden.

Der Baukörper entwickelt sich aus den äußeren Rahmenbedingungen und integriert sich aufgrund seiner Höhenentwicklung und der Durcharbeitung von Baukörper und Fassade in sein Umfeld. Erreicht wird dies durch die Formulierung von Vor- und Rücksprüngen, die Zonierung in Sockel-, Mittel- und Dachlandschaft sowie durch die Aufnahme horizontaler und vertikaler Gestaltungselemente der umgebenden Bebauung. Elegante Details, sowie die Balance aus Strenge und Freiheit bestimmen das Fassadenthema.


Gewerbe VIII.5/6

Gewerbe VIII.5/6

Das Gebiet ist von der irritierenden Ortlosigkeit heutiger Gewerbeperipherien gekennzeichnet. Es befindet sich am Übergang eines neu entstandenen Wohngebietes auf einem ehemaligen Sägewerksgelände in Elsenfeld am Main und eines sich über die Jahre unstrukturiert entwickelnden Gewerbegebietes in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Der Neubau mit seinen zwei Ladeneinheiten komplettiert ein um einen zentralen Parkplatzbereich angeordnetes Karree drei bestehender Gewerbeeinheiten. Der Logik heutiger Einkaufsmärkte folgend sind die Zugänge zu den beiden Läden nicht zur Straße, sondern zum Parkplatz hin orientiert. Die gesamte Erdgeschossfläche ist als stützenfreie Halle ausgebildet. Im Obergeschoss sind die notwendigen Neben- und Technikräume angeordnet. Die streng ökonomisierte Gestalt des Bauwerks mit seinen vorgefertigten Großformat-Betonsandwichelementen wurde durch das Fugenmaß der Elemente und durch Nuancen der Textur leise strukturiert. Das die Zufahrt einfassende Obergeschoss aus glatten anthrazitfarbenen Betontafeln setzt sich subtil von der filigranen, horizontalen Profilierung des lang gestreckten Sockelgeschoss ab.


Quartier an der Frauenkirche

Quartier an der Frauenkirche

Schon aufgrund der einmaligen Lage gegenüber der Frauenkirche bietet die Bebauung des Neumarktes die Chance ein attraktives Zentrum neu zu schaffen. Dazu kommt, dass das geplante Quartier an der Frauenkirche die historische Einheit aus Fürstenzug und Schloss einerseits und der neu entstanden Frauenkirche anderseits wieder zu einem Ganzen, zu einem Gesamtbild zusammen wachsen lässt. Die frühere parzellierte Bebauung wird zu einem gemischt genutzten Gebäude im Innern zusammengefügt. Gewerbliche Nutzungen, also Restaurants und Läden, an einer glasgedeckten Passage in den unteren Geschossen und Wohnungen darüber. Die Fassade entlang der Töpferstraße soll in diesem Zusammenhang auf Basis der früheren kleinteiligen Parzellenstruktur durch unterschiedliche Architekten und damit mit unterschiedlichen Gestaltungen eine zeitgemäße Fassung erhalten.

Der Bau charakterisiert mit einer besonderen Gebäudeform den Übergang aus der kleinteiligen Töpferstraße zum Bereich An der Frauenkirche. Die stadträumliche Gliederung unter Berücksichtigung von Sichtverbindungen und optimaler Ausnutzung des Grundstückes ist Anliegen des Entwurfes. Das Gebäude wird unter Einhaltung der Baulinie mit seiner Ecklinie in Richtung Frauenkirchenkuppel nach oben zurückgedreht. Aus ehemals drei Voll- und zwei Dachgeschossen wird eine 6+1-Geschossigkeit entwickelt.


Sitz der Eisenbahner Wohnungsbaugenossenschaft

Sitz der Eisenbahner Wohnungsbaugenossenschaft

Das Verwaltungsgebäude der Eisenbahner Wohnungsbaugenossenschaft (EWG), in den 1970er Jahren errichtet, liegt im dörflich geprägte Dresdner Stadtteil Altgorbitz exponiert auf einer Bergkuppe. Nach Jahren der intensiven Nutzung soll aus dem Bürogebäude ein mehr auf den Kunden ausgerichtetes Haus, mit neuem Entree und Empfang entstehen.

Die ergänzenden Gebäudeteile, ein zweites Treppenhaus, das Foyer und der baulich gefasste Außenbereich transformieren den ursprünglich monolithischen Solitär in ein Gebäudeensemble aus unterschiedlich geformten Teilen. Die Staffelung der Gebäudehöhen im Osten vermittelt am Übergang zu den kleinteiligen Strukturen von Altgorbitz. Das außergewöhnliche Fassadenmaterial am Foyer zieht die Aufmerksamkeit der Betrachter entsprechend den repräsentativen Erfordernissen auf den neu gestalteten Eingangsbereich. Wie eine „Brosche“ ziert nun das hinzugefügte Foyer die anonyme Bürozeile; es rückt als Hauptzugang in den Vordergrund. Das formale Zusammenwirken der Gebäudeteile wird über die ausgewählten, charakteristischen Materialien der 1970er Jahre – Cortenstahl und Waschbeton – geschaffen. Im Erdgeschoss sorgt eine allseitige Verglasung für maximale Transparenz nach außen.


Discounter

Discounter

Verbrauchermärkte sind Gebäudetypen die heutzutage im Regelfall ohne Architekten errichtet werden. In Standardbaubeschreibungen legen die Discountbetreiber die Gestalt und die Organisation des Gebäudes bis hin zum kleinsten Detail fest. Eine Änderung ist eigentlich nur möglich, wenn die Bedingungen des Grundstückes eine Umsetzung der Standardlösung nicht ermöglichen bzw. wenn es städtebauliche Vorgaben gibt, die eine Anpassung der Standardplanung zwingend fordert.

Beim Projekt in Elsenfeld am Main lagen beide Gründe für eine Anpassung vor. Eine zweigeschossige Ausführung ist im rechtsgültigen Bebauungsplan festgeschrieben, da die Lage an einer ehemaligen Verladerampe aufgrund der topographischen Situation geboten ist. Der Bau nützt die Hanglage, indem die beiden Geschosse an den gegenüberliegenden Seiten nahezu ebenerdig erschlossen und völlig voneinander getrennt sind. Somit können jeweils Verkaufsflächen angeboten werden, die ebenerdig mit der jeweils davor liegenden Parkplatzanlagen verbunden sind. Charakteristisch ist die außenliegende Tragstruktur von Betonstützen und -bindern, die dem langgestreckten Bau eine markante senkrechte Untergliederung verleihen. Äußerlich vorherrschend ist der graublau eingefärbte Beton der Tragstruktur, der sich klar von der weiß verputzten Außenwand absetzt.