Stadtbücherei

Stadtbücherei

Die Stadtbibliothek der Lutherstadt Wittenberg befindet sich Zentrum der Altstadt, an der Schlossstraße. Diese verbindet den Marktplatz mit der Schlosskirche, an deren Pforte Martin Luther 1517 sein berühmtes Thesenpapier angebracht haben soll. Das Gebäude wurde 1961 errichtet und besteht aus einem viergeschossigen Vorderhaus und einem eingeschossigen Anbau, der einen offenen Innenhof umschließt. Die Stadtbibliothek erstreckt sich über die gesamte Erdgeschossfläche beider Gebäudeteile. Die Wohnungen in den oberen Etagen bleiben im Bestand erhalten und sind nicht Teil der nun geplanten Maßnahme.

Wissen ist im digitalen Zeitalter nicht mehr an die Archivierung von Büchern gebunden, sondern steht jedem unabhängig von Zeit und Ort zur Verfügung. Dadurch wandeln sich die Ansprüche an öffentliche Bibliotheken. Das Konzept der Leihbücherei mit langen Regalreihen und zentralem Lesesaal wird sich den nächsten Jahren überholen. Bibliotheken der Zukunft sind Orte kultureller Begegnung, sozialer Treffpunkt, Veranstalter kultureller Ereignisse und halten ein breit gefächertes Angebot für die Freizeitgestaltung bereit. Den Anforderungen dieses Programmes folgend wird die neue Stadtbücherei flexibel nutzbare Flächen und unterschiedliche Raumkonfigurationen anbieten, in denen diese Aktivitäten stattfinden können.


Kornhaus

Kornhaus

Die Stadt Kirchheim unter Teck beabsichtigt die Sanierung des denkmalgeschützten Kornhauses in der Altstadt. Der historische Gebäudebestand des Kornhauses wird im Jahr 1540 als Kellereikasten im Zuge des Festungsbaus auf dem Kirchhof erbaut. In der wechselvollen Geschichte des Hauses wird es als Fruchthalle, als Magazin, als Feuerwehrhaus und ab 1953 als Museum genutzt. Ziel der nun geplanten Umbaumaßnahme ist es, ein attraktives und repräsentatives Gebäude zu schaffen, das den Ansprüchen eines modernen Kultur- und Ausstellungsbetriebes entspricht.

Der Entwurf überzeugt durch einen selbstbewussten Umgang mit der Substanz. Die bestehenden vertikalen Durchbrüche werden alle mit neuen Treppenräumen aktiviert und sämtliche Nebennutzflächen im 2. OG angeordnet. In den übrigen Geschossen wird dadurch eine räumliche Freiheit generiert, die der musealen Nutzung zu Gute kommt. Es entsteht ein Museum der kurzen Wege in den unteren Etagen. Ein markantes Zeichen der neuen Nutzung des Kornhauses bildet ein konisch zulaufender Baukörper, der den Dachraum durchdringt.  Die roten Sichtbetonoberflächen machen die bauliche Ergänzung am Denkmal sichtbar. Analogien zur vorherrschenden Giebelständigkeit und zum Lokalkolorit der Ziegeleindeckungen integrieren die bauliche Ergänzung in das angrenzende städtische Ensemble.


Kirche Canitz

Kirche Canitz

Erste bauliche Zeugnisse der Kirche in Canitz lassen sich zurück bis ins 13. Jahrhundert nachweisen. Die romanische Saalkirche  wurde 1697 und 1784 umfassend baulich verändert und 1975 wegen Baufälligkeit abgerissen. Übrig blieben nach dem Teilabbruch nur die ungeschützten Umfassungsmauern. Um den weiteren Verfall der Mauerwerksreste zu stoppen wurde 2016 entschieden, Teile des Kirchengebäudes mit einem neuen Dachstuhl zu sichern. Zurzeit besteht die Kirche aus einem überdachten Kirchen- und Vorraum (dem ehemaligem Kirchturm), sowie daran anschließend den ruinösen Mauerwerksresten von Chor und Apsis.

Mit dem jetzt geplanten östlichen Abschluss des neuen Kirchenraumes soll dieser vollendet und die Kirche wieder als Sakralraum genutzt werden. Vertikale Lamellen im mittleren Bereich der neuen Ostfassade und zwei große transparente seitliche Flächen erzeugen eine intensive Verbindung von Innen- und Außenraum. Die Holzpfosten bilden einen Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung. Zur Mitte der Fassade verjüngen sich die Abstände der Holzpfosten und deren Tiefe nimmt gleichzeitig zu. Dies erzeugt eine verstärkte Verschattung im mittleren Bereich und eine höhere Transparenz in den Außenbereichen. Es entstehen Ausblicke, gleichzeitig aber auch ein gefasster Raum hinter dem mittig angeordneten Altar.


Kirchenarchiv

Kirchenarchiv

Das Archiv der Ev. Luth. Landeskirche Sachsens verwahrt einmaliges schriftliches Kulturgut aus Kirchgemeinden und Kirchenverwaltung vom Mittelater bis in die Gegenwart. Bisher wird das Archivgut dezentral aufbewahrt. Mit dem nun geplanten Neubau eines landeskirchlichen Archivs soll Platz für 10.000 lfm Archivgut geschaffen und diese unter optimalen klimatischen und organisatorischen Bedingungen gelagert werden. Das Grundstück für den Archivbau liegt im Dresdner Stadtteil Coschütz-Gittersee in einem Gewerbe- und Industriegebiet. Unmittelbar angrenzend liegt ein ruhiger, von Wald geprägter Landschaftsraum, welcher vom Straßenraum bis zum Kaitzbach langsam abfällt.

Durch die Drehung des Baukörpers in das fallende Gelände ergibt sich ein wohlproportionierter Vorplatz am Eingang zum neuen Archivgebäude. Dadurch wird der Baukörper als Solitär wirksam im Stadtraum verortet. Die höhenmäßige Einordnung in das Gelände erfolgt behutsam. Die damit verbundene Absenkung des Fußbodenniveaus ermöglicht großzügige Raumproportionen für die Publikumsbereiche im Innern. Die Gliederung des Gebäudes, ein stringentes Raster mit Haupt- und Unterachsen, bildet sich auch in den Fassaden ab und macht es das Tragwerk ablesbar.


Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde

Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde

Die Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde wünscht sich einen Neubau für ein evangelisches Gemeindezentrum – eine Heimstätte für die sehr aktive Gemeindearbeit in unterschiedlichen Arbeitskreisen. Zugleich soll für Gäste und Pilger ein offenes, einladendes Haus entstehen, das die Integration verschiedener Menschengruppen in der Region fördert.

Durch die Anordnung eines kleinen Eingangsplatzes gelingt es die stadträumliche Verbindung zur diagonal gegenüberliegenden Paul-Gerhardt-Kirche überzeugend herzustellen. Die Zonierung der Eingangssequenz mit Vorplatz, Windfang und Vestibül stellt eine angemessene und dem Ort adäquate Zugangssituation dar. Die Traufe der Nachbarbebauung wird aufgenommen. Somit bindet sich der Neubau nahtlos in den Straßenraum ein. Das flachgeneigte Satteldach mündet in einer Eckbetonung. Diese fast turmartige Lösung betont den Eingang und kann als sichtbares Zeichen des neuen Gemeindezentrums in Lübben gelesen werden. Durch das Klinkermauerwerk wird die Sonderstellung des Gebäudes in Funktion und Nutzung erkennbar und die Eingliederung in den Straßenraum erreicht.


Gustav-Adolf-Gedenkstätte

Gustav-Adolf-Gedenkstätte

Ein 2011 geborgenes Massengrab, mit 47 Skeletten von im Jahr 1632 gefallenen Soldaten, wird im Mittelpunkt der Ausstellung eines neuen Museumsgebäudes an der Gustav-Adolf-Gedenkstätte in Lützen stehen. Das Museum wird den Ort des Gedenkens an den bei der Schlacht von Lützen gefallenen Schwedenkönig Gustav Adolf baulich ergänzen. Neben dem gusseisern Baldachin von Karl Friedrich Schinkel aus dem Jahre 1837, der Kapelle des schwedischen Architekten Lars Wahlman von 1907 und zweier Blockhäuser von 1932 und 1982 wird das neue Museum vor allem an die Tausenden Soldaten erinnern, die bei dieser bedeutenden Schlacht des 30-jährigen Krieges ihr Leben lassen mussten.

Signifikant am Gebäude ist das markante Pultdach, das als neues Wahrzeichen der Gedenkstätte wahrgenommen werden wird. Neues Museum, Schinkels Grabstätte, die Kirche und die Schwedenhäuser umschließen zukünftig einen parkähnlichen Freiraum, der alle Gebäude zu einem Ensemble verbindet. Trotz der besonderen Form des Hauses wird das Museum sich nicht in den Vordergrund drängen. Ein Großteil der Ausstellungsfläche wird im Untergeschoss angeordnet und reduziert das sichtbare Bauvolumen so auf ein dem Ort angepasstes Maß.


Sowjetischer Pavillon

Sowjetischer Pavillon

Das Stadtarchiv Leipzig dokumentiert die Geschichte Leipzigs seit der Stadtrechtsverleihung um 1165. Es zählt mit seinen Beständen zu den bedeutenden kommunalen Archiven in Deutschland. Das umfangreiche Archivgut, Werkstätten, Büros, ein Lesesaal und Ausstellungsbereiche sind nun im ehemaligen Sowjetischen Pavillon auf der Alten Messe in Leipzig untergebracht. Das Bauwerk der Architekten Oskar Pusch und Carl Krämer, 1924 als Messehalle für Werkzeugmaschinen gebaut, diente nach Umbauten in den 1950er und 1980er Jahren als Ausstellungspavillon der UdSSR auf dem früheren Messegelände in Leipzig. Seit Beginn der 1990er Jahre stand das Gebäude leer und wird nun als Stadtarchiv genutzt.

Das Eingangsgebäude, der sogenannte Portikus an der Straße des 18. Oktober, ist zum öffentlichen Bereich des Archivs – mit einem zweigeschossigen Lesesaal in der Mitte – denkmalgerecht umgebaut. Das eigentliche Magazin für das Archivgut ist als Neubau, innerhalb der Kubatur der ehemaligen Ausstellungshalle, direkt anschließend errichtet. Die bauliche Konzeption des Neubaus orientiert sich an der optimalen räumlichen, klimatischen und flächenmäßig optimierten Unterbringung des Archivgutes in Regalanlagen.


Bauhaus Archiv

Bauhaus Archiv

Die Bundesrepublik Deutschland begeht 2019 das 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses, der wichtigsten Schule für Architektur und Design im 20. Jahrhundert. Hierfür soll das Bestandsgebäude denkmalgerecht saniert und um einen Neubau erweitert werden. Das Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung, Berlin besitzt die weltweit umfangreichste Sammlung zur Geschichte des Bauhauses.

Der Erweiterungsbau entwickelt sich aus den städtebaulichen Gegebenheiten des Grundstücks, welches einerseits durch die verkehrsreiche Klingelhöferstraße, andererseits durch den Grünzug entlang des Landwehrkanals geprägt wird. Das bestehende Gebäude von Walter Gropius wird als Villa in umhegten Garten interpretiert. Die Erweiterung positioniert sich entlang der Grundstücksgrenzen und bildet durch diese Setzung eine eindeutige Trennung zum Straßenraum aus. Der prägnante kupferverkleidete Baukörper des Erweiterungsbaus beherbergt Wechselausstellungen und Administration. Dauerausstellung und Depots sind dagegen unterirdische, unter dem Gartenniveau angeordnet. Das vollkommen verglaste Erdgeschoss an der Straße lässt den Gropius’schen Bestandsbau vom Stadtraum aus erlebbar werden.


Antoniter Quartier

Antoniter Quartier

Mitten im Stadtzentrum von Köln, an der Schildergasse, steht die evangelische Antoniterkirche. Die 1378 fertig gestellte dreischiffige gotische Pfeilerbasilika wurde nach der Beschädigung im Zweiten Weltkrieg bis 1952 wieder aufgebaut. Sie ist heute nach dem Kölner Dom die meistbesuchte Kirche Kölns und beherbergt u.a. in einem Seitenschiff die Bronzeplastik „Der Schwebende“ von Ernst Barlach. Das Grundstück im Anschluss an die Kirche soll zu einem Quartier mit kirchlicher, kommerzieller und Wohnnutzung entwickelt werden und der Citykirchengemeinde neue räumliche Möglichkeiten eröffnen.

Der Entwurf befreit die Antoniterkirche von den südlich angrenzenden Bestandsgebäuden und definiert einen neuen Blockrandabschluss zwischen Schildergasse und Antoniterstraße. Eingerahmt zwischen der neuen Blockrandbebauung im Osten und der bestehenden Bebauung im Westen bilden die beiden freigestellten Baukörper Antoniterkirche und Citykirchenzentrum ein stadträumliches Spannungsfeld, in dem der neue Kirchplatz vielfältige Freiräume für die Aktivitäten des Gemeindelebens bietet. Sämtliche kirchliche Funktionen sind nachvollziehbar in dem freistehenden Gebäude am Platz über vier Etagen organisiert. Kommerzielle Funktionen befinden sich im Erdgeschoss an der neuen Fußgängerpassage zwischen Schildergasse und Antoniterstraße.


Parochialkirche

Parochialkirche

Der Zentralraum der Parochialkirche gehört zu den eindrücklichsten Innenräumen in Berlin. Nach ihrer Fertigstellung 1703 wurde die Kirche durch die Zerstörung im Jahre 1944 und ihrem reduzierten – die „Wunden“ des Zweiten Weltkriegs nicht tilgenden – Wiederaufbau zugleich zu einem Monument deutscher Geschichte. Die Gemeinde ist Eigentümerin der Kunstsammlung der St. Marienkirche und hat die Stiftung kirchliches Kulturerbe in Berlin und Brandenburg gegründet. Ihr Anliegen ist es, unter anderem mit Ausstellungs- und Restaurierungsprojekten in der Parochialkirche, im Herzen Berlins, die Aufmerksamkeit und das Engagement für den Erhalt der kirchlichen Kunst der Mark Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz zu wecken.

Ausgehend von der Situation schlägt der Entwurf die Entwicklung eines „Raum im Raum“ vor. Abgeleitet von der Grundrissform entwickelt sich ein Raum-Möbel, dessen umlaufendes Volumen sich der Brüstungshöhe der Kirchenfenster unterordnet und die Kunstsammlung aufnimmt. Parallel zur Außenwand angeordnet, rückt das Möbel bewusst von ihr ab und kreiert einen Zwischenraum, der begangen werden kann. Er kräftigt die Autonomie des eingestellten Objekts und stört nicht die Ablesbarkeit der Spuren von Zerstörung und Wiederaufbau.