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Frauenvollzug JVA

Die Justizvollzugsanstalt wurde von 1969 bis 1971 im Auftrag des damaligen Ministeriums des Inneren, vertreten durch die Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei (BDVP), Abteilung Strafvollzugskommando Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geplant. Industriell vorgefertigt, als Typenbauwerke aus der Reihe Internatsbauten konzipiert, wurden die Hafthäuser bis 1971 errichtet. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1990 wurde die Haftanstalt für männliche Strafgefangene weiter betrieben und ab 2009 zum zentralen Frauenvollzug der Bundesländer Sachsen und Thüringen umgebaut.

Die Gebäudesubstanz des Hafthauses I stammt aus der Gründungsphase der JVA. Es handelt sich um ein neungeschossiges Gebäude mit Mittelflurerschließung. Dieser wird mit dem Einbau einer Aufsichtskanzel und der daran anschließender Fluraufweitung optisch verkürzt und mit Tageslicht ansprechender gestaltet. Die farbige Gestaltung wird zur besseren Orientierung im Haus genutzt. Die Staffelung des Helligkeitswertes und die gleichzeitige Abstufung von Gelb- zu Grüntönen ergeben jeweils unterschiedliche Farbenuancen je Etage. Der Farbeinsatz in der jeweiligen Etage erfolgt auf jeweils anders gewählten Wandflächen in den Zellen. So erhält jede der 176 Zellen einen individuellen und damit einmaligen Charakter.

Architekten: F29 Architekten
Christian Schmitz, Peter Zirkel
Ort: Reichenhainer Straße 236, 09125 Chemnitz
Auftraggeber: Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (Nl. C), Chemnitz
Realisierung: 2010
Mark Schneider
Christine Wehner
BGF: 6.990 m²
Fachplaner: Tragwerk: Bau-Consult, Hohenstein-Ernstthal
Gebäudetechnik (HLS): Ingenieurbüro Reichel, Lichtenau
Gebäudetechnik (Elt): Ingenieurbüro Ullm, Augustusburg
Brandschutz: Ingenieurbüro Lehmann, Zwickau
Fotograf: Ruemmler Fotografie, Flöha