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Bundesfilmarchiv Hoppegarten

Die Sicherung und Bereitstellung von Archivgut des Bundes sind die wichtigsten Aufgaben des Bundesarchivs. Bei dem Archivgut handelt es sich u.a. um Plakate, Bilder, Karten, Akten sowie um Filme und Tonaufzeichnungen in analoger und digitaler Form. Über eine Million Filmrollen zu ca. 155.000 Filmtiteln sind zu archivieren, zu erhalten und für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Um sie optimal lagern und erschließen zu können, wird in den kommenden Jahren ein Neubau am Standort Hoppegarten errichtet. Die Gliederung der in den Obergeschossen fensterlosen Fassade folgt einer Dreiteilung in Sockelzone, Mittelzone und Abschluss. Die mittlere Zone der Fassade soll mit einer filmischen Bildfolge bespielt werden. Es werden 48 Filmstills der sogenannten Serpentinentänzerin in abstrahierter Form wiedergeben. Es handelt sich dabei um Bilder einer simplen Frühform des Kinos, dem „Bioskop“ genannten Projektionsapparat der Berliner Filmpioniere Max und Emil Skladanowsky, die 1895 in Berlin öffentlich gezeigt wurden. Die Szenen der Tänzerin, abstrahiert in der Darstellung und eingebettet in die Materialität und Farbgebung der Fassade geben dem Gebäude ein unverwechselbares und dennoch unaufdringliches Äußeres. Die dauerhafte Verknüpfung des Themas Film mit dem neuen Bauwerk vermittelt subtil dessen Aufgabe als Archiv.

Architekten: Peter Zirkel
Gesellschaft von Architekten
Projektpartner: Heine Mildner Architekten
Ort: Lindenallee 55-57, 15366 Hoppegarten
Auftraggeber: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), v.d. Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB)
Wettbewerb: 2023, Zuschlag
Richard Drechsler
Josefin Seifert

Planung: 2028
Richard Drechsler
Baptiste Grassin
Josefin Seifert
BGF: 13.300 m²
Fachplaner: Tragwerk: Pichler Ingenieure, Berlin
Gebäudetechnik: GTB, Berlin
Brandschutz: Dr. Zauft, Potsdam
Bauphysik: Bürogemeinschaft Dr. Bark und Dr. Staar, Cottbus