Zentralverwaltung Fachhochschule

Zentralverwaltung Fachhochschule

Der Neubau der Fachhochschule Aachen wird den gesamten Verwaltungsapparat, also Hochschulleitung, Organisation und die Dezernate, an einem Standort bündeln. Zusätzlich soll ein Multifunktionsraum für Vorlesungen, Klausuren, Fachbereichsversammlungen sowie für externe Veranstaltungen integriert werden. Das Plangebiet liegt am südlichen Stadtrand von Aachen und ist geprägt von Universitätsbauten in offener Bauweise aus den 1960er und 1970er Jahren.

Ein klarer, eindeutiger Kubus nimmt die Bauflucht der vorhandenen Aula auf und ragt deutlich aus der Flucht der Robert-Schuman-Straße heraus. So entsteht im sich neu bildenden Gebäudeensemble eine signifikante Dominante. Das Haus besitzt eigentlich zwei Erdgeschossniveaus. Zum einen den Bereich für das Studierenden-Service-Center auf Platzebene und die neue Loggia mit dem Multifunktionsraum im ersten Obergeschoss, der über eine großzügige Freitreppe erschlossen wird. Die klare kubische Form des Hauses wird durch unterschiedliche Geschosshöhen spannungsvoll gegliedert. Außenliegende Geschossdecken, Stützen und vertikale Lüftungsleitungen werden mit emaillierten Glaselementen verkleidet und erzeugen mit dem Glas der Fensterelemente ein monolithisches Erscheinungsbild.


Frauenvollzug JVA

Frauenvollzug JVA

Die Justizvollzugsanstalt wurde von 1969 bis 1971 im Auftrag des damaligen Ministeriums des Inneren, vertreten durch die Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei (BDVP), Abteilung Strafvollzugskommando Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geplant. Industriell vorgefertigt, als Typenbauwerke aus der Reihe Internatsbauten konzipiert, wurden die Hafthäuser bis 1971 errichtet. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1990 wurde die Haftanstalt für männliche Strafgefangene weiter betrieben und ab 2009 zum zentralen Frauenvollzug der Bundesländer Sachsen und Thüringen umgebaut.

Die Gebäudesubstanz des Hafthauses I stammt aus der Gründungsphase der JVA. Es handelt sich um ein neungeschossiges Gebäude mit Mittelflurerschließung. Dieser wird mit dem Einbau einer Aufsichtskanzel und der daran anschließender Fluraufweitung optisch verkürzt und mit Tageslicht ansprechender gestaltet. Die farbige Gestaltung wird zur besseren Orientierung im Haus genutzt. Die Staffelung des Helligkeitswertes und die gleichzeitige Abstufung von Gelb- zu Grüntönen ergeben jeweils unterschiedliche Farbenuancen je Etage. Der Farbeinsatz in der jeweiligen Etage erfolgt auf jeweils anders gewählten Wandflächen in den Zellen. So erhält jede der 176 Zellen einen individuellen und damit einmaligen Charakter.


Grundschule Oberlössnitz

Grundschule Oberlössnitz

Radebeul liegt im oberen Elbtal und ist als östlichstes Weinanbaugebiet Deutschlands überregional bekannt. Das zu bearbeitende Grundstück befindet sich flankiert von Weinberghängen in Stadtrandlage. Die Nutzung des Grundstückes als Villenstandort mit weitläufiger Parkanlage lässt sich bis 1672 zurückverfolgen. Der Umbau der bis heute existierenden „Villa Wach“ zu einem Schulgebäude zu DDR-Zeiten ist gleichzeitig der Beginn der öffentlichen Nutzung des Grundstückes. Nun soll nach dem Abriss des Schulgebäudes aus den 1970er Jahren eine neue Grundschule mit Hort entstehen.

Typisch für Weinberglandschaften sind die mit Bruchsteinmauerwerk eingefassten Terrassierungen. Thema des Entwurfes ist die Fortsetzung dieser Terrassen im Schulgebäude. Ein hoher und schmaler Baukörper schiebt sich aus dem Hang heraus und ist zentraler Erschließungs- und Aufenthaltsbereich. Daran angedockt werden Bauwerksterrassen mit Gruppen- und Klassenräumen. Beide Bauwerkstypen signalisieren durch gleiches Material Verwandtschaft. Die Grenzen zwischen Gebäude, Mauer, Hang und Natur gehen ineinander über und kreieren so einen stark ausgeprägten neuen Ort in der Weinberglandschaft.


Freie Evangelische Schule

Freie Evangelische Schule

Die Freie Evangelische Schule ist ein Ort des Lernens und Lebens für Erwachsene und Kinder. Die Schule will die Erziehungs- und Bildungsarbeit des Elternhauses ergänzen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule bildet daher die Grundlage der pädagogischen Arbeit. Auf dem Grundstück im Dresdner Stadtteil Seidnitz werden eine dreizügige Grundschule mit Schulhort und eine zweizügige Mittelschule entstehen. Des Weiteren ist eine Sporthalle (Zweifeldhalle) geplant, in der auch Veranstaltungen mit bis zu ca. 500 Personen stattfinden können (Gottesdienste, Sportgruppen u. ä.).

Der Entwurf bezieht seinen Ansatz aus der städtebaulichen Struktur des angrenzenden Wohnquartiers und dem dichten Baumbestand. Mittelschule, Grundschule, Hort mit Gemeinschaftsbereich sowie die Sporthalle sind als solitäre Einzelbaukörper ablesbar und bilden ein campusartiges Ensemble. Typologische Grundlage der Schulen bildet die kompakte Würfelform, die für eine ökologische Optimierung von Außenflächen zum Volumen steht. Im Kern liegen Treppenskulpturen mit angrenzenden Gemeinschaftsbereichen als kommunikativer Treffpunkt, umhüllt von Klassenachsen mit Fluraufweitungen und Sichtachsen zum Außenraum.


Österreichisches Schlösschen

Österreichisches Schlösschen

Das seit dem 19. Jahrhundert als Österreichisches Schlösschen bezeichnete Gebäude steht frei an der Ostseite des Marktplatzes, gegenüber dem spätgotischen Münster in der Altstadt von Radolfzell. Die Stadt ließ es anstelle zweier Chorherrenhäuser 1621 errichten. Es diente ab 1735 als Rathaus, dann ab 1825 als Schule und nun seit 1975 als Stadtbibliothek. Um als lebendiger Treffpunkt und Raum des Lernens für die Bürger weiter genutzt werden zu können, muss das Gebäude nun erweitert und neu strukturiert werden.

Das Österreichische Schlösschen erfährt eine Erweiterung durch die Addition eines skulpturalen Baukörpers an der Nordflanke. Der Anbau verschmilzt mit dem Altbau zu einer kraftvollen Einheit. Die so entstehende Symbiose von Alt und Neu spricht eine eindeutige, zeitgemäße Sprache. In der Fuge zwischen beiden Baukörpern, die als über alle Geschosse durchlaufender Luftraum ausformuliert ist, entsteht ein spannungsvoller Innenraum. Der „Wendelstein“ (Vertikalerschließung) dominiert mit einer offenen, dreiläufigen Treppe diesen Luftraum. Dort werden Leseplateaus eingefügt, die mit den historischen Erkern des Altbaus korrespondieren und ein zusätzliches räumliches Angebot für die Bibliotheksnutzer darstellen.


Quartier V.1, Neumarkt

Quartier V.1, Neumarkt

Mit der Entscheidung der Landeshauptstadt Dresden, den Kulturpalast als denkmalschutzwürdig anzuerkennen und die 1950er-Bebauung entlang der Wilsdruffer Straße weiter zu nutzen, bleiben diese Gebäude langfristig im Stadtgefüge erhalten. Somit finden die rekonstruierten Häuser der Neumarkt-Bebauung an dieser Stelle ihren Abschluss. Da der historische Stadtgrundriss des historischen Neumarkts und das städtebauliche Ordnungsprinzip der DDR-Gebäude nicht übereinstimmen, gilt es, die Übergänge der beiden städtischen Strukturen an diesen Stellen baulich zu definieren. Das Programm für das Haus sieht Ladengeschosse, Büroetagen und Wohnungen in den obersten Geschossen und eine Tiefgarage vor.

Der Entwurf platziert an dieser sensiblen Stelle einen eigenständigen, flachgedeckten Baukörper. Die Prägnanz der Kubatur wird feinsinnig differenziert durch Rücksprünge in den Obergeschossen. Es wird eine plastische Knickung in den Straßenverlauf der Frauenstraße eingeordnet, die die Kleinteiligkeit der Bebauung des Neumarktes aufgreift und die Enge des Straßenraumes bricht. Durch die strikte Zurückstaffelung der obersten Geschosse entsteht darüber hinaus ein der Dachneigung der umgebenden Bebauung ähnlicher Gebäudeabschluss und sichert deren Belichtung.


Entree Albrechtsburg

Entree Albrechtsburg

Die Albrechtsburg in Meißen stellt in ihrer Bausubstanz das erste Schloss der deutschen Geschichte (1470) dar und hat damit als bauliches Denkmal eine große Bedeutung. Der Freistaat Sachsen plant anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Errichtung der Porzellanmanufaktur Meißen ein umfangreiches Ausstellungsprojekt in Schloss Albrechtsburg. In diesem Zusammenhang soll das repräsentative Schloss einen Eingangsbereich erhalten, der die historische und architektonische Bedeutung des Komplexes würdigt und ihrer angemessen ist. Ziel einer Planung ist, die Auffindbarkeit und Präsentation des Schlosseinganges zu verbessern und somit die Nutzung als Museum und touristischer Anziehungspunkt attraktiver zu machen.

Der Entwurf löst das Problem mit einem neuen Eingang über einen Neubau an der Westseite des Nordflügels. Der ehemalige Durchgang vom Brennhaus zur Manufaktur wird wieder geöffnet, durch ihn gelangt man direkt in das neue großzügige Foyer. Optisch passt sich der Neubau in das Ensemble ein und verbindet so die beiden Bestandsgebäude. Dies wird zum einen durch die Wahl von an den anderen Gebäuden vorkommenden Materialien wie hellem Putz und Holz erreicht, zum anderen durch die Aufnahme von Linien und Höhen der bestehenden Bebauung.


Deutsche Botschaft

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Deutsche Botschaft

In radikaler Abkehr von der Typologie des Vorgängerbaus, dem Palais der Reichsbotschaft, entwarf Rolf Gutbrod 1962 ein deutlich von den der Straße und der Bauflucht zurückgesetztes Ensemble aus vier Häusern, deren unterschiedliche Funktionen in Typologie und Fassadengestaltung klar zum Ausdruck kommen. Das Ergebnis der nun geplanten Generalsanierung soll das architektonisch bedeutende Gebäudeensemble unter Wahrung und Stärkung seiner Qualitäten wieder den repräsentativen und funktionalen Ansprüchen genügen, die an eine Auslandsvertretung gestellt werden.

Der Vorschlag zum Umbau der Deutschen Botschaft versucht, den neuen Eingang mit heutigen Sicherheitseinrichtungen, mit dem öffentlichen repräsentativen Charakter eines Botschaftsgebäudes zu vereinen. Am neuen Zugang zum Botschaftsareal wird ein repräsentativer Platz im Anschluss an die Sicherheitsschleuse vorgeschlagen. Über die helle, leicht geneigte Platzfläche sind sowohl der Kanzleieingang, die Visastelle und die angrenzende Tiefgarageneinfahrt zu erreichen. Der Platz nutzt die Höhenentwicklung des Gutbrodschen Botschaftsgebäudes aus, um ein unkontrollierten Zugang zum inneren Sicherheitsbereich des Hauses für nicht berechtigte Personen zu unterbinden.


Firmenzentrale Theresienstraße

Firmenzentrale Theresienstraße

In prominenter Lage der Dresdner Inneren Neustadt, unweit von Albertplatz und Königstraße, soll ein repräsentatives Bürohaus entstehen. Im Leitbild der Landeshauptstadt Dresden besetzt das Grundstück an der Theresienstraße eine Nahtstelle in der Stadtstruktur. Die Blockrandbebauung der Inneren Neustadt grenzt hier an ein stark durchgrüntes Quartier in offener Bebauung mit Einzelhäusern entlang der ehemaligen Wallanlagen, die Ende des 19. Jahrhunderts abgetragen wurden.

Der Baukörper entwickelt sich aus den äußeren Rahmenbedingungen und integriert sich aufgrund seiner Höhenentwicklung und der Durcharbeitung von Baukörper und Fassade in sein Umfeld. Erreicht wird dies durch die Formulierung von Vor- und Rücksprüngen, die Zonierung in Sockel-, Mittel- und Dachlandschaft sowie durch die Aufnahme horizontaler und vertikaler Gestaltungselemente der umgebenden Bebauung. Elegante Details, sowie die Balance aus Strenge und Freiheit bestimmen das Fassadenthema.


Haus in Dorfhain

Haus in Dorfhain

Das Einfamilienhaus liegt in einem landschaftsdominierten Streusiedlungsbereich. Die Rahmenbedingungen der Planungen waren von der unvorteilhaften, extremen Nordhanglage des Grundstücks und durch die schöne Aussicht zum unweit gelegenen Naturschutzgebiet des Tharandter Waldes dominiert.

Die Staffelung der parallel zum Hang verlaufenden Satteldächer ermöglichte eine indirekte Südlichtführung über Oberlichter hinab bis in den unteren Wohnraum auf die Gartenebene, um den Mangel des Grundstücks zu mildern. Raumgröße und -lage sind der Wohnweise der Bewohner angepasst. So haben Wohn-, Schlaf- und Arbeitsraum eine direkte Verbindung nach draußen. Gebadet werden kann mit Blick in den Garten. Der vielgenutzte Arbeitsraum liegt attraktiv in der Mitte des Geschosses und bietet einen schönen Blick über das ganze Tal. In starkem Kontrast zum möglichst hellen inneren Erscheinungsbild des Baus steht der im regional tradierten Hausbau nicht untypische Schiefer der Außenhaut, der dem Gebäude eine erdverbundene, anthrazitgraue Bodenständigkeit verleiht. Die kaum wahrnehmbare Eleganz der tiefen umlaufenden Kupferleibungen der Öffnungen fügt sich in die kontextuelle und matte Farbskala des Umfeldes ein.