Himmelfahrt statt Höllensturz

Das ‚Museum 1632‘ wird im Feuilleton der FAZ-Ausgabe vom 19.März portraitiert. Andreas Platthaus beschreibt, wie es zum Entstehen des Gedenkortes kam; von der Schlacht auf einem Feld bei Lützen im Dreißigjährigen Krieg und Bergen des Massengrabes bis zum Entstehen des heutigen Erinnerungsensembles.

„Dieser unabweisbar sakrale Eindruck lässt dem bloßgelegtem Knochenfeld indes die Würde, und dazu trägt auch das sich hoch über dem Präparat öffnende schmale Fensterband bei, das einzige Tageslichtelement im Halbdunkel der Ausstellung. Es verleiht dem Skelettgewirr den Charakter von Himmelfahrt statt Höllensturz. Die am Museumsbau beteiligten Architektenbüros Peter Zirkel (Dresden) und Naumann Wasserkampf (Weimar) haben die Ausstellungshalle tief in den Boden getrieben, als wäre sie selbst eine Grabkammer (und das ist sie ja auch). Darüber erhebt sich auf nackten Dämmbetonwänden ein Pultdach, das zur direkt daneben liegenden Gustav-Adolf-Gedenkstätte hin abfällt, man könnte sagen: sich verneigt.“

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